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Am Tag darauf (es war Montag), besuchte ich gemeinsam mit einem anderen Mitglied von der Organisation (Felix) die selbsterbaute Schule in Bugiri. Felix war ein netter Mann, der verheiratet war und bereits eine kleine Tochter hatte. Er war bescheidener als David. Ich erfuhr, dass sich die Männer nicht sonderlich gut leiden konnten. Mir kam es beinahe so vor, wie wenn mich Felix von David fernhalten wollte (auch David war nicht sehr begeistert, dass ich mit Felix wegfuhr). Dieses Gefühl war mir unheimlich und man merkte mir vermutlich diese Verstimmung an.

Lange fuhren wir auf einsamen Straßen und Wegen, bis wir drei Stunden später, endlich das Ziel erreichten. Die Schule, in die ich gebracht wurde, bestand bloß aus alten Ziegeln. Die Räume waren viel zu groß. Es wurden vier Klassen gebaut (statt sieben). Es gab kein Wasser oder Strom. Die schätzungsweise 100 Schüler stürmten neugierig herbei, um mich zu betrachten. Viele von ihnen umarmten mich wild und stürmisch. Ich musste lachen. Sie sangen mir ein Begrüßungslied und zeigten mir fröhlich das Schulgebäude, während sie nach meiner Hand griffen und mich davonzogen.

Danach verbrachte ich etwa eine Stunde in der Vorschule, um zu hospitieren. Darin waren etwa 40 Kinder. 10 davon schliefen. Hefte oder Stifte hatten leider nur die wenigsten. Ein Kind war viel zu jung, um die Vorschule zu besuchen. Es war vielleicht drei oder vier. Es war schüchtern und weinte, wenn man es ansprach. Die Lehrerin, die eigentlich gar keine ausgebildete Lehrerin war, machte ihre Sache gut, doch war es unmöglich, alleine in einer solchen Klasse zu unterrichten. Dann besuchte ich die anderen Klassen und machte mit den Kindern viele Fotos (sie waren echt geil nach Technik).

Ich erfuhr in der Mittagspause, dass alle Lehrkräfte, die unterrichteten, keine ausgebildeten Lehrer waren. Felix’ Schwester, die als einzige eine Lehrerin war, wurde dafür bezahlt, dass sie den anderen das Unterrichten beibrachte. Ich unterhielt mich mit ihnen und sie sagten mir, dass sie sehr unzufrieden hier wären und keine Materialien zur Verfügung gestellt bekämen.

Die restlichen Tage verbrachte ich mit den Kindern aus der Organisation. Ich lernte ihnen das Einmaleins oder stellte ihnen andere Matheaufgaben. Dafür hatte ich extra ein Hunderterfeld von Zuhause mitgebracht, damit sie die Zahlen auf einen Blick erkannten. Die Kinder waren leider nicht sehr gut, doch gab ich nicht so schnell auf. Wir spielten deshalb verschiedene Ballspiele, bei denen ich ihnen weiter Rechnen beibrachte. Wenn sie einmal erschöpft waren, spielten wir andere Spiele, bei denen sie sich austoben konnten und nicht denken mussten. Einmal zogen sie mir einen alten Handwerkeranzug von Ronald an, was sie unglaublich lustig fanden. Danach wollten sie alle den Anzug anprobieren. Sie zeigten mir auch Handstände, schlugen Räder oder kletterten auf hohe Bäume.

Eines Tages meinte ich, dass sie sich im Vorgarten einfinden sollten, da ich eine kleine Überraschung für sie hätte. Neugierig kamen sie und staunten über die Schätze, die ich für sie mitgebracht habe. Es war in den ersten Tagen kaum Zeit, deshalb hob ich mir die Überraschung für später auf (dann wenn sie es am wenigsten erwarteten! Muhahaha). Sie freuten sich sehr über die ausgebreiteten Kleinigkeiten, die ich vorhin schon kurz erwähnt hatte. Stifte, Blöcke, Hefte, Radiergummis, Lineale, Scheren, Kleber, Spiele, Schnüre, Schminksachen, Seifenblasen etc. hatte ich  auf einer kleinen Decke ausgebreitet. Sie kamen näher, betrachteten alles und freuten sich sehr darüber. Sie umarmten und küssten mich und vergaßen mich sogleich, da sie sich in die Spiele vertieften. Ich erklärte ihnen Domino, da sie dieses Spiel nicht kannten.

Farouk schnappte sich einen Block und begann zu zeichnen. Er kann es sehr gut. Er genoss die Anerkennung von den Kindern, wenn er die Zeichnungen herzeigte. Viele Aaaahhhs und Oooohhs und Woooows waren dann zu hören! Es war ein feiner Tag.

Doch leider auch schon einer meiner letzten in diesem Sommer. Doch viele weitere werden hoffentlich noch folgen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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